Erfahrungen im Arbeitsleben

Andreas, 31 Jahre, seit zwei Jahren Fachkraft im

Fahrbetrieb

Traumberuf oder Notlösung?
Einen Traumberuf hatte ich eigentlich nicht. Ich habe erst im Einzelhandel gearbeitet, mich dann zum Kfz-Mechaniker ausbilden lassen und habe schließlich den Lkw-Führerschein gemacht. Nachdem ich ca. ein Jahr als Fahrer für verschiedene Firmen gearbeitet hatte, habe ich mich dann bei den Verkehrsbetrieben beworben. Die Arbeit macht mir Spaß und das Fahren ist abwechslungsreich.

 

Wie sieht dein Tag als Fachkraft im Fahrbetrieb aus?
In der Ausbildungszeit hatten wir morgens mehrere Stunden Theorie und waren danach mit einem Fahrlehrer auf der Straßenbahn-Strecke, um die Technik und die Strecke besser kennenzulernen. Erst nach einer Art Zwischenprüfung durften wir dann mit Fahrgästen im Wagen fahren, wobei noch zwei Wochen lang der Lehrfahrer immer dabei war. Darüber hinaus habe ich noch in einer Fahrschule den Bus-Führerschein gemacht, der bei mir auf dem LkW-Führerschein aufbaute.

Heute fahre ich in verschiedenen, wechselnden Schichten Bus oder Straßenbahn, zum Beispiel von 5 bis 13 Uhr, 11 bis 19 Uhr oder 17 bis 1 Uhr - im Durchschnitt sieben bis acht Stunden pro Tag.
Da ich auch Nachtbus fahre, was bei uns freiwillig ist, bin ich auch ein bis zweimal im Monat am Wochenende von 1 bis 6 Uhr unterwegs.

Andreas, 31 Jahre, seit zwei Jahren Fachkraft im Fahrbetrieb

 

Die größte Überraschung
Dass das Betriebsklima so angenehm ist und die Kollegen so hilfsbereit sind. Ansonsten hatte ich schon eine ziemlich genaue Vorstellung, da mein Vater auch bei den Verkehrsbetrieben arbeitet.

Deine Lieblingsaufgabe
Das Fahren an sich macht mir einfach Spaß, aber auch der Kontakt zu den Fahrgästen, und dass ich eigentlich immer draußen und unterwegs bin. Den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen, könnte ich mir nicht vorstellen.

Welche Kröten musst du schlucken?
Wegen der Schichtarbeit musste mein Freundeskreis schon etwas zurückstecken. Wie viele Tage ich pro Woche frei habe, ist ganz unterschiedlich - regelmäßige Treffen sind kaum möglich und man muss sich erstmal daran gewöhnen.

Ohne was geht es nicht?
Die Bereitschaft den Busführerschein zu machen muss da sein, nur Straßenbahn kann man hier also nicht fahren - das wäre mir aber auch zu eintönig. Darüber hinaus muss man körperlich fit sein, um die Sehtests und die übrigen medizinisch-psychologischen Untersuchungen zu bestehen, die auch regelmäßig wiederholt werden. Ansonsten ist es auf jeden Fall auch wichtig, den Umgang mit Menschen zu mögen.

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?
Nur eine. Die wurde aber erstmal zurückgestellt, weil immer nur dann jemand neu eingestellt wird, wenn ein anderer Fahrer aus dem Betrieb aussteigt oder sich durch Streckenerweiterung ein höherer Bedarf einstellt. Mir wurde zwar angeboten, dass ich bei einem Tochterunternehmen hätte arbeiten können, aber das wollte ich nicht. So habe ich dann ein halbes Jahr gewartet, bis ich schließlich angenommen wurde.

Dein Bewerbungstipp?
Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Zurückstellen der Bewerbung zum normalen Verfahren gehört, wenn nicht gerade ein Fahrer gesucht wird. Oft braucht man also Geduld, bis man vielleicht erst nach einiger Zeit eingestellt wird. Interesse am Fahren sollte man natürlich haben und sich auch auf die Schichtarbeit einstellen. Es ist auch möglich als Strassenbahn-Aushilfsfahrer im Nebenerwerb anzufangen. So kann man auch den Betrieb und alles was dazu gehört kennen lernen.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?
Der Lohn ist während der Ausbildung schon gleich hoch wie später auch. Ich bin auf jeden Fall zufrieden damit.

Und nach der Ausbildung?
Normalerweise bleibt man im Ausbildungsbetrieb, da die Straßenbahn-Scheine natürlich städtegebunden sind - die Schienennetze, ihre Größe und zum Teil auch die Verkehrszeichen sind von Stadt zu Stadt ja ganz unterschiedlich. Als Busfahrer kann man aber ohne Probleme auch wo anders arbeiten.


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